Sortimentspolitik


Jedes Unternehmen sollte in regelmäßigen Abstand sein Sortiment prüfen und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen, das Sortiment an den Markt anzupassen (Sortimentspolitik). Die Auswahl der Erzeugnisse, die ein Unternehmen am Markt anbietet, fällt unter den Begriff: Sortimentsgestaltung. Das Sortiment eines Unternehmens kann aus selbst erzeugten Produkten und Produktgruppen sowie aus Handelswaren und Zubehör bestehen. Stellt ein Unternehmen nur wenige Produkte her, trägt es ein hohes Produktrisiko. Besser ist es in vielen Fällen, das Sortiment zu erweitern. Dann besteht die Möglichkeit, Umsatzrückgänge bei dem einen Produkt durch Umsatzsteigerungen bei anderen Produkten auszugleichen. Der Unternehmer steht nicht mehr „auf einem Bein“. Grundbegriffe der Sortimentsgestaltung sind: Sortimentsbreite, Sortimentstiefe sowie Kern- und Randsortiment.

Sortimentsbreite

Die Sortimentsbreite ist das Ergebnis der Produktauswahl. Ein breites Sortiment bedeutet, ein Unternehmen bietet Produkte vieler Fachgebiete an. Es versucht, viele Kundengruppen anzusprechen und diesen alles aus seiner Branche anzubieten. Für ein Unternehmen in der Möbelbranche kann das bedeuten, dass es Schlafzimmer, Wohnzimmer, Kinderzimmer und andere Artikel der Möbelbranche anbietet. Mit einem schmalen Sortiment versucht der Unternehmer, den speziellen Bedarf einer Kundengruppe zu befriedigen. Eine Möbelfabrik stellt nur Kleinmöbel her.

Sortimentstiefe

Die Sortimentstiefe bezeichnet die Anzahl der Varianten eines gleichartigen Produktes. Sie ist wie die Sortimentsbreite Ergebnis der Produktgestaltung. Hier gibt es die Möglichkeit für einen Unternehmer, sich für ein flaches oder tiefes Sortiment zu entscheiden. Mit einem tiefen Sortiment kann er den speziellen Bedarf einer bestimmten Zielgruppe decken. Beispiel: Ein Hersteller von Krawatten bietet diese in allen möglichen Variationen an. Ein flaches Sortiment bedeutet, ein Unternehmen stellt ein Produkt in wenigen Varianten an. Eine Brotfabrik stellt nur die gängigen Brotsorten her. Hier verzichtet der Unternehmer auf die große Auswahl aus einer Produktart und bietet täglich verlangte Massenprodukte an.

Kern- und Randsortiment

Nach der Wichtigkeit der angebotenen Produkte gibt es einen Unterschied zwischen dem Kernsortiment und dem Randsortiment. Wie der Name andeutet, stellt das Kernsortiment den Hauptteil des Sortiments eines Unternehmens dar. Zum Kernsortiment gehören auch Verlustbringende Produkte, da die Kunden ein vollständiges Sortiment erwarten. Das bedeutet, dass ein Unternehmen nahezu den gesamten Gewinn mit dem Kernsortiment erzielt. Das Randsortiment ist eine Ergänzung zum Kernsortiment, die der Abnehmer nicht erwartet. Für den Abnehmer stellen die Produkte des Randsortiments eine besondere Serviceleistung dar. Im Randsortiment sollten sich allein gewinnbringende Produkte befinden.

Sortimentspolitik (Diversifikation)

Unter die Bezeichnung Sortimentspolitik fallen alle Maßnahmen eines Unternehmens, das Sortiment an den Markt anzupassen. Dazu gehören:

Sortimentspolitik – Verbreiterung des Sortiments

Ein Unternehmer nimmt zusätzliche Produkt- oder Warengruppen in das Sortiment auf. Auf diese Weise entsteht ein breiteres Sortiment. Ein Autohersteller nimmt Motorräder in sein Sortiment auf.

Sortimentspolitik – Sortimentsvertiefung (Differenzierung)

Ein Unternehmen entscheidet sich, vielfältige Abwandlungen weniger Produktgattungen anzubieten. Es versucht, den Bedarf von Abnehmern mit individuellen Sonderwünschen zu befriedigen. Eine Papierfabrik stellt nur Briefpapier her. Dieses aber in noch mehr Qualitäten, Farben, Designs, Größen und Preislagen.

Sortimentspolitik – Beschränkung und Bereinigung des Sortiments

Eine mögliche Maßnahme der Sortimentspolitik ist die Sortimentsbeschränkung. Das bedeutet, der Unternehmer verzichtet auf die Vertiefung oder Verbreiterung des Sortiments. Mögliche Gründe: Sein bisheriges Sortiment hat sich bewährt und bedarf keiner Ausweitung. Oder räumliche und finanzielle Gründe verbieten eine Ausdehnung des Sortiments.

Sortimentspolitik – Sortimentsbereinigung

Ein großes Sortiment erfordert eine umfangreiche Lagerhaltung und vielfältige Disposition. Das erfordert viel Kapital. Deswegen kann der Unternehmer zu einer Sortimentspolitik gezwungen sein, den eigenen Sortimentsumfang zu verringern und sich auf einen Teil seines bisherigen Sortiments zu konzentrieren.